• Brücke zum Mont Saint-Michel
    © schlaich bergermann partner / Michael Zimmermann
Projekte

Brücke zum Mont Saint-Michel

Le Mont Saint-Michel, Frankreich, 2014

Die Aufgabenstellung des Projektes, hervorgegangen aus einem erfolgreichen Wettbewerb, bestand darin, dass sich das neue Bauwerk, welches den vorhandenen Damm ersetzt, unaufdringlich in die unendlich wirkende Küstenlandschaft des Weltkulturerbes einfügt und der maritime Charakter des Mont Saint-Michel zurückgewonnen wird. Der Steg führt den Fußgänger in einem dynamischen Schwung zum „Berg“ und ermöglicht somit, den Mont Saint-Michel aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Vom klassischen Bootsanlegesteg inspiriert, tragen dünne Stahlstützen, die den Meeresdurchfluss bei Ebbe und Flut nur minimal beeinträchtigen, eine Betonplatte. Der minimale Stützabstand von 12 m ermöglicht eine maximale Reduzierung des Plattenquerschnitts, so „schwebt“ die Brücke nahezu über dem Wasser. Auf beidseitigen Stahlkonsolen liegt der transparente Holzbelag der Fußwege auf.


  • Ort

    Le Mont Saint-Michel, Frankreich

  • Architekt

    Dietmar Feichtinger Architectes

  • Auszeichnungen

    Trophées Eiffel d'architecture acier 2015, catégorie FRANCHIR, lauréat; Équerre d'argent 2015, catégorie Ouvrages d’art, lauréat; Prix National de la Construction Bois 2015, catégorie Bâtiments et Aménagements Divers, 1er Prix

  • Bauherr

    Syndicat mixte pour le rétablissement du caractère maritime du Mont Saint-Michel

  • Bauunternehmen

    EIFFAGE Travaux Public, Eiffage CONSTRUCTION METALLIQUE, Spie fondation

  • Unsere Leistung

    Entwurf, Ausführungsplanung, Bauüberwachung (in Zusammenarbeit mit Dietmar Feichtinger Architectes)

Geographisch gesehen liegt der Mont Saint Michel am Ende der Bucht an Ihrer flachsten Stelle. Nach jedem Zyklus von Ebbe und Flut lagern sich Sedimente am Fuße des Klosterberges ab. Die natürliche Strömung der Ebbe reicht nicht aus diese Sande wieder ins offene Meer auszuschwemmen. Was folgt ist eine ganz allmählich stattfindende Verlandung der Bucht. Der Inselcharakter des Mont Saint Michel würde damit früher oder später verloren gehen.

Der neue Steg führt den Fußgänger in einem dynamischen Schwung zum „Berg“ und ermöglicht somit, den Mont Saint-Michel aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Vom klassischen Bootsanlegesteg inspiriert, tragen dünne Stahlstützen, die den Meeresdurchfluss bei Ebbe und Flut nur minimal beeinträchtigen, eine Betonplatte. 

 

Um den Wasserfluss der Gezeiten nur minimalst zu beeinträchtigen und ein hinaus spülen der Sedimente bei Ebbe nicht zu behindern wurden möglichst dünne Stahlstützen gewählt. Für deren Bemessung musste ein ganz besonderer Aspekt berücksichtig werden: Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Höhenniveau des Bodens ca. 6 m höher als es in Zukunft sein wird. Die Stützen sind aktuell von Sand und Sedimenten umhüllt, was die ganze Konstruktion im Hinblick auf Temperaturverformungen steifer macht. Nachdem die Sedimente im Laufe der nächsten Jahre aus der Bucht gespült werden, werden die Stützen wie schlanke Stelzen mit einer freien Länge von  bis zu 8 m zu sehen sein. Auch unter diesen Bedingungen wird die Brücke stabil bleiben.

 

Die Brücke wurde im Oktober 2015 mit einer spektakulären Lichtinszenierung feierlich eingeweiht und erhielt die Auszeichnung der "Trophée Eiffel de l'architecture en acier" in der Kategorie Brückenbau. Die Trophée Eiffel ist ein wichtiger französischer Stahlbaupreis, der jährlich an die Architekten und Ingenieure herausragender Stahlbauprojekte in Paris verliehen wird.

 

Auszeichnungen

 

 

  • Länge 760 m Brücke + 1.000 m Damm
  • Breite 11,50 m
  • Einzelspannweite 12 m
  • Brückenfläche 10.580 m²
  • Brücke zum Mont Saint-Michel © schlaich bergermann partner / Michael Zimmermann
  • Brücke zum Mont Saint-Michel © schlaich bergermann partner / Michael Zimmermann

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