Die Irish National War Memorial Gardens liegen östlich des Dubliner Stadtzentrums am südlichen Ufer des River Liffey und zählen zu den bekanntesten Gedenkgärten Europas. Sie wurden vor über 100 Jahren gestaltet und erinnern an 49.400 irische Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Eine ursprünglich geplante Brücke zum Phoenix Park wurde jedoch nie gebaut und blieb ein fehlendes Element des Entwurfs.
Die neue Fuß- und Radwegbrücke greift die historische Planung von Sir Edwin Lutyens auf und schafft einen zeremoniellen Eingang zu den Gärten. Sie bietet eine wichtige Querungsmöglichkeit vom Phoenix Park und ermöglicht einen würdigen Zugang zu den Gedenkanlagen.
Die Brückenkonstruktion ist ein technisches Novum: ein Stahlhohlkasten mit variabler Bauhöhe, hergestellt aus plattiertem Stahl – einem Verbundwerkstoff, der erstmals im Brückenbau eingesetzt wird. Die Plattierung besteht aus einer 20 mm starken Basisschicht aus Baustahl und einer 3 mm dicken äußeren Edelstahlschicht, die unter hohem Walzdruck miteinander verbunden werden. So entsteht ein Material, das Haltbarkeit, strukturelle Effizienz und Korrosionsbeständigkeit in sich vereint.
Als integrale Struktur konzipiert, kommt die Brücke ohne Lager aus und erhöht dadurch die langfristige Dauerhaftigkeit erheblich. Sie wird von großen Lamellenplatten aus Duplex-Edelstahl getragen, die vertikale Lasten übertragen und gleichzeitig eine begrenzte Bewegung zulassen, damit sich der Überbau ‚ausdehnen‘ kann. Die Platten sind direkt mit den Pfahlgründungen verbunden und ermöglichen einen äußerst schlanken Mittelbereich sowie eine elegante, minimalistische Form.

