September 7, 2022 - 11:00 Uhr Raum A

Piussteg in Ingolstadt – Ein Beispiel für ganzheitliche Planung

Die diesjährige ‘footbridge‘ Konferenz in Madrid ist die Fortsetzung einer langen Reihe von Konferenzen, die 2002 in Paris begann, gefolgt von Städten wie Porto, Venedig, Breslau, London und Berlin. Die aktuelle Ausgabe versucht, dem Ziel der Berliner Konferenz von 2017 zu folgen. Damals lautete das Motto des Kongresses “Erzähl uns eine Geschichte”; jetzt wollen wir mehr über die Gefühle und Erfahrungen von Nutzern, Eigentümern, Designern und Konstrukteuren erfahren.

Als Teil der derzeitigen Landesgartenschau in Ingolstadt führt eine neue Fußgängerbrücke über eine Ausfallstraße zum Haupteingang des neuen Parks. Bereits beim Überqueren der Brücke in Richtung des Parks können die Besucher die Grünanlagen von weitem erleben. Fußgängerbrücken werden von Menschen betreten, erlebt und berührt, daher müssen sie die richtige Sprache und den richtigen Maßstab finden – und sie müssen den Kontext und den Ort, an dem sie gebaut werden, widerspiegeln und berücksichtigen. Der Entwurf für den Piussteg in Ingolstadt trägt diesem Anspruch Rechnung, indem er ihn klar auf die wesentliche Funktion einer Brücke reduziert: den Nutzern eine direkte Wegeverbindung zu bieten!
Darüber hinaus soll der Entwurf durch eine klare Struktur und durchdachte Details dem Ort und sich selbst einen individuellen und identitätsstiftenden Charakter verleihen. Die Brücke als Ganzes ist jedoch viel mehr als die Summe ihrer formalen Bestandteile: Sie verbindet nicht nur zwei Orte, sondern verbindet auch Funktion, Form, Struktur und Beleuchtung zu einem ganzheitlichen Ensemble, das sich ganz natürlich in den städtischen Kontext, die Wahrnehmung und den Alltag der Menschen einfügt.

 

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Andreas Keil
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Christiane Sander